wewi-photography
wewi - photography
photography and video
@WWilmes

Wie macht man bessere Fotos? Ein paar Tipps, wie gute Fotos gelingen.

 

Viele meinen, dass es mit dem Kauf einer guten Kamera getan ist. Doch zunächst ist die Frage, mit welchem Gerät man fotografiert, weniger wichtig. Gute Fotos entstehen im Kopf und sind ein Produkt der Willenskraft. Einfache Consumer-Kameras oder Smartphones sind heute technisch soweit entwickelt, dass man mit ihnen richtig tolle Bilder schießen kann, zumindest bei günstigen Umgebungsvoraussetzungen. Grenzen erreicht man erst bei schwierigen Lichtverhältnissen, wie Gegenlicht, Dunkelheit oder bei schnellen Motiven, wie zum Beispiel bei der Tierfotografie, besonders wenn die Objekte weiter entfernt sind.

Ambitionierte Fotografen kommen heute kaum noch ohne Nachbearbeitung am PC aus, sie entwickeln ihr Foto sozusagen. Aber nicht jeder kann das. Auch ohne Nachbearbeitung gelingen sehr gute Fotos, wenn man nicht unmotiviert drauflos knipst, sondern sich Gedanken um sein Bild macht.

Sehenswerte Fotos macht man selten im Vorbeigehen oder aus dem Autofenster heraus. Das bedeutet, dass man sich Mühe geben und bereit sein muss, Anstrengungen in Kauf zu nehmen. Man kann jedes Motiv auf sehr unterschiedliche Art und Weise fotografieren. Wer wirklich gute Fotos machen will, hält einen Moment inne und überlegt sich genau, von wo aus und in welchem Winkel man das entdeckte Motiv ablichtet. Es geht um die Bildkomposition.

 

Bildkomposition

Nehmen wir ein Beispiel: Du siehst ein Schiff im Hafenbecken. Suche nach der besten Aufnahmeposition. Schau dich um, was es sonst noch in der näheren Umgebung gibt. Vielleicht entdeckst du einen Haufen aus einem Fischernetz oder einen Festmacher (Poller). Gehe mal in die Hocke und versuche, einen interessanten Vordergrund in dein Foto einzubinden. Es muss nicht immer ein Vordergrund eingebaut werden, wenn z.B. der Himmel interessant ist, weil er spannende Wolken zu bieten hat. Dann nehme mehr Himmel in dein Bild, vielleicht 2/3 Himmel und 1/3 Bodenmotiv. Ist der Himmel langweilig, z.B. ein Einheitsblau, dann gebe ihm nur 1/3 Raum im Foto und optimiere den Bildvordergrund (vorne der Poller, dahinter das Schiff und oben noch etwas blauer Himmel).

Ein Vordergrundmotiv gibt dem Bild mehr Tiefe.
_X0A7560S1-bbbwz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Motivplatzierung

Setze Hauptmotive wie Personen, ein Denkmal, einen Kirchturm oder andere Objekte öfters außerhalb der Mitte ins Bild. Eine gute Regel ist, wenn du dein Bild geistig in der Mitte in zwei Hälften teilst und dein Motiv ungefähr in die Mitte der linken oder rechten Bildhälfte Platz findet.

Es wirkt interessanter, wenn das Hauptmotiv nicht in der Bildmitte steht.windmuehle

Geometrie

Versuche, geometrische Formen im Gesamtbild zu erkennen. Oft lassen sich anhand geometrischer Linien sehr interessante Bilder schießen. Beispiel: Eine Straße, die von deinem Standpunkt Richtung Horizont läuft. Lasse eine diagonale Linie genau in einer Bild-Ecke entstehen. Oder du stehst auf einem Weg mit Geländern rechts und links, vielleicht auf einer Fußgängerbrücke. Achte auf die Symmetrie, so dass das Motiv auf beiden Seiten der Symmetrieachse gleich aussieht. Lasse die Geländer aus beiden unteren Bild-Ecken heraus zur Mitte laufen, das gibt dem Foto einen Pfiff.

 

Bei diesem Motiv bin ich in die Hocke gegangen, damit die Außenlinien des Weges in die unteren Bildecken laufen. Zudem habe ich dem finsteren Wolkenhimmel viel Platz eingeräumt.IMG_1269wz

 

Variieren

Landschaftsaufnahmen wirken meist besonders gut, wenn man weitwinklig fotografiert. Ein See, ein Bergmassiv oder in interessantes Tal braucht viel Raum. Mit vielen Geräten sind heute Panoramafotos möglich. Hier empfehle ich aber, nicht zu extrem breite Fotos zu schießen, denn selbst auf einem großen Monitor sieht man später nur noch einen schmalen, belichteten Streifen in der Mitte und man muss mit der Nase dicht an den Screen, um etwas erkennen zu können. Beim Panorama gilt: So weit ziehen, wie es das Motiv benötigt. Eine Bucht, die links und rechts von Felsen eingerahmt ist, fotografiert man am besten so, dass links und rechts noch etwas von den Felsen zu sehen ist. Und bedenke, dass das Format 16:9 im Prinzip schon ein Panoramaformat ist.

Bei Details gibt es oft sehr gelungene Fotos, wenn man nur Ausschnitte fotografiert, z.B. nur einen Teil eines schönen Fensters, einer interessanten Tür. Und gehe auch mal nah ran an eine Blume und nutze die Makroeigenschaften deines Fotogerätes.

Anstrengungen

Gehe öfters ein paar Meter zusätzlich, klettere mal einen Hang hinauf oder herab. Du findest sehr oft einen noch besseren Standort für dein Motiv als dort, wo du das Motiv entdeckt hast. Gehe in die Hocke oder stelle dich auf ein Podest. Es lohnt sich. Achte aber immer auf deine Gesundheit, denn es sind schon so einige Selfie-Spezialisten vom Berg gefallen.

Der Rechteck-Blick

Gehe mit offenen Augen durch die Gegend und versuche zu lernen, die Umwelt rechteckig umrahmt zu betrachten. Bei mir ist das im Laufe der Zeit so geschehen. Heute sehe ich nahezu alles mit einem Fotoblick. Darum springen mir ständig Motive ins Auge. Du kannst auch ohne Kamera mal mit Daumen und Zeigefingern beider Hände ein Rechteck bilden und dir vor die Augen halten. Bewege deine Hände und deinen Kopf und fange an, Bilder zu komponieren. Und schon bist du auf dem Weg zum besseren Fotografen.